Aktuelles
Abwertung Vergütung – die nächsten Schritte …
Nach unserer Mitgliederinformation zur Abwertung der Vergütung der ambulanten Psychotherapie haben uns viele Rückmeldungen erreicht. Aus unserer Sicht ist die gestrige Entscheidung ein derber Schlag für die psychotherapeutische Versorgung und gesundheitspolitisch ein Rückschritt für die Versorgung psychisch erkrankter Menschen. Viele von Ihnen haben ihre Sorgen, ihren Ärger und ihre Fragen mit uns geteilt. Wir nehmen diese Rückmeldungen ernst und danken Ihnen für das große Engagement und die vielen Hinweise aus der Praxis.
Aktuell arbeiten wir intensiv an den nächsten Schritten, wie wir mit dieser für uns unhaltbaren Situation weiter umgehen. Dabei haben wir sowohl rechtliche als auch politische Handlungsoptionen im Blick. Zunächst werden wir das Bundesministerium für Gesundheit als zuständige Rechtsaufsicht auffordern, den aktuellen Beschluss des Bewertungsausschusses zu beanstanden. Weitere Initiativen, wie zum Beispiel eine Bundestagspetition oder auch eine Briefaktion an Abgeordnete der Gesundheitspolitik befinden sich in Planung und werden mit anderen Berufsverbänden abgestimmt.
Gleichzeitig nehmen wir Ihre Impulse auf. Unser Ziel ist es, die große Energie und Solidarität innerhalb der Profession so zu bündeln, dass sie politisch und öffentlich möglichst wirksam wird. Das starke Engagement aus unserer Berufsgruppe verstehen wir als klares Signal.
In vielen Zuschriften wird deutlich, dass es auch Fragen zum Verfahren und zu den Entscheidungswegen gibt. Wir werden deshalb zeitnah weitere Informationen aufbereiten, um Ihnen die Abläufe und Zusammenhänge des Beschlusses verständlich darzustellen. Unser Anliegen ist es darzustellen, wie unsere gemeinsamen Einflussmöglichkeiten aussehen und an welchen Stellen, welche Entwicklungen eine Rolle spielen.
Wir haben die Initiativen innerhalb der Berufsgruppe im Blick. Eine derzeit laufende Petition bei change.org hat bereits eine große Zahl an Unterstützerinnen und Unterstützern erreicht und trägt dazu bei, Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen. Unser Dank gilt der Initiatorin für dieses Engagement. Auch wenn es sich nicht um eine Bundestagspetition handelt, zeigt sie deutlich, wie groß das Bedürfnis ist, öffentlich auf die Situation aufmerksam zu machen und Solidarität innerhalb der Profession zu zeigen. Wer ein erstes Zeichen der Solidarität setzen möchte, kann die Petition hier unterzeichnen:
https://www.change.org/p/monatelange-wartezeiten-und-jetzt-werden-psychotherapeutische-leistungen-gekürzt
Auch Ihr Engagement prägt unsere Arbeit als Verband. Ihre gewählten Vertreter*innen in den KVen und Gremien haben in den letzten Jahrzehnten viel erreicht. Psychotherapie gehört zur gesellschaftlichen Infrastruktur. Wir werden es nicht hinnehmen, dass man diese Errungenschaften und unsere Leistungen für die Gesundheit der Bevölkerung abwertet.
Viele Prozesse laufen derzeit im Hintergrund, auch wenn sie nach außen noch nicht vollständig sichtbar sind. Diese Arbeit gehört zu unseren kontinuierlichen Aufgaben als Berufsverband und wird auch in den kommenden Wochen weitergeführt.
Über die weiteren Entwicklungen und geplanten Schritte werden wir Sie selbstverständlich informieren.