Essstörungen

Essstörung – was ist das?

Kreisen Ihre Gedanken ständig ums Essen, um Ihr Gewicht und Ihre Figur? Essen Sie manchmal viel mehr, als Ihnen lieb ist? Oder essen Sie extrem wenig und folgen dabei strengen inneren Regeln und Verboten? Dies können Hinweise auf eine Essstörung sein. Für Menschen mit einer solchen Erkrankung wird die lebensnotwendige Nahrungsaufnahme zum alles beherrschenden Lebensthema. Es geht nur noch um Figur, Gewicht, Kalorien und Nährwerte. Der eigentlich natürliche Verlauf von Hunger, Essen und Sättigung geht dabei verloren. Es gibt unterschiedliche Essstörungen, die sich stark voneinander unterscheiden. Eins haben sie aber alle gemeinsam: Essen ist ein großes Problem und bringt eine Vielzahl negativer Folgen mit sich.

Transkript zum Video

Ich ziehe mich zurück, Freundinnen erreichen mich nicht mehr.
Will alles richtig machen – perfekt sein.
Vieles wird mir zu viel. Ich werde mir zu viel.

Beim Essen mit meiner Familie bleibt mein Teller unberührt.
Meine Eltern schauen ratlos.
Sie wissen nicht, wie sie mir helfen können.

Alles dreht sich ums Essen, um Kontrolle, um meinen Körper.

In der Therapie lerne ich, mich zu fühlen,
spreche zum ersten Mal über meine Wut.
Ich kämpfe.
Schritt für Schritt erkenne ich:
Ich bin mehr als mein Gewicht.

Wie entstehen Essstörungen?

Die Ursachen von Essstörungen sind vielfältig und unterscheiden sich von Person zu Person. Es gibt jedoch einige Faktoren, die die Entstehung dieser Erkrankung begünstigen, z. B. früher Pubertätsbeginn, niedriges Selbstwertgefühl, starke Ängstlichkeit und gestörtes Essverhalten innerhalb der Familie. Auch ein sehr hoher Leistungsdruck in Familie oder Schule und eine Tendenz zu zwanghaftem Verhalten erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine Essstörung. Stark belastende Ereignisse wie Trennungssituationen, Umzug, Gewalterfahrungen oder Verlust eines nahen Angehörigen können die Erkrankung letztlich auslösen. Gesellschaftlichen Einfluss auf die Entstehung der Krankheit hat das stark schlankheitsbetonte Schönheitsideal der westlichen Lebenswelt.

Welche Folgen können auftreten?

Die verschiedenen Essstörungen haben unterschiedliche Folgen. Am gefährlichsten sind dabei die Folgen der Anorexie, deshalb ist bei der Behandlung dieser Erkrankung meist eine stationäre Aufnahme nötig. Eine dauerhafte Mangelernährung kann zu körperlichen Schädigungen und in schweren Fällen durch Organversagen sogar zum Tod führen. Kurz- und langfristige Schäden können eintreten, z. B. Veränderungen des Blutbildes, Zyklusstörungen, Störungen des Verdauungssystems, Nährstoffmangel und Osteoporose (Brüchigkeit der Knochen). Zähne und Speiseröhre können durch das dauerhafte Erbrechen geschädigt werden. Häufig leiden Menschen mit Essstörungen auch unter anderen psychischen Problemen wie Depressionen und Ängsten. Ferner können Konzentrationsstörungen, Zwangssymptome und Abhängigkeitserkrankungen auftreten.

Wo bekomme ich Hilfe?

Wenn Sie bei sich eine Essstörung vermuten, sollten Sie eine*n Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*in oder Psychologische*n Psychotherapeut*in aufsuchen. Diese*r kann Ihnen in einer Psychotherapeutischen Sprechstunde eine erste Orientierung geben, Ihre Beschwerden einschätzen und Sie zu Behandlungsmöglichkeiten und weiteren Hilfen beraten. Sollte bei Ihnen eine Psychotherapie in Frage kommen, kann ein*e ambulante*r Psychotherapeut*in Sie über das weitere Vorgehen informieren. Eine Psychotherapie findet in der Regel über mindestens ein Jahr hinweg regelmäßig wöchentlich statt.