Aktuelles für JPt

  • Veröffentlichungsdatum 24.11.2025
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Bericht zur Vollversammlung der Jungen Psychotherapeut*innen in der DPtV 2025

Am 25. Oktober 2025 fand die diesjährige Vollversammlung (VV) der Jungen Psychotherapeut*innen (JPt) online statt. Über 140 Studierende, Psychotherapeut*innen in Ausbildung (PiA) und in Weiterbildung (PtW) sowie Jungapprobierte nahmen teil, um sich über aktuelle berufspolitische Entwicklungen zu informieren und auszutauschen.

Nach der Begrüßung durch Gebhard Hentschel (Bundesvorsitzender) und Dr. Christina Jochim (stellv. Bundesvorsitzende) berichtete das JPt-Sprecher*innen-Team über seine vielfältigen Aktivitäten und stand für Fragen der Teilnehmenden zur Verfügung.

Im Anschluss folgten Interviews zu aktuellen berufspolitischen Entwicklungen, die von Mitgliedern des JPt-Sprecher*innen-Teams gemeinsam mit Mitgliedern des Bundesvorstands geführt wurden:

  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (KJP) mit Dr. Josepha Katzmann (kooptiertes Mitglied im Bundesvorstand) und Dr. Paul Kaiser (JPt-Sprecher*innen-Team): Dr. Josepha Katzmann gab Einblicke in die berufspolitische Arbeit bezüglich der KJP. Sie hob besonders die Forderung nach einer eigenständigen Bedarfsplanung für Psychotherapie für Kinder und Jugendliche hervor, um für diese Gruppe eine wohnortnahe psychotherapeutische Versorgung auch in ländlichen Regionen zu ermöglichen.
  • Direktzugang Psychotherapie mit Gebhard Hentschel und Oliver Arnold (JPt-Sprecher*innen-Team): Gebhard Hentschel betonte, dass psychisch erkrankte Menschen auch künftig, insbesondere im Rahmen eines geplanten Primärarztsystems, zeitnah und ohne zusätzliche bürokratische Hürden Zugang zu psychotherapeutischer Behandlung erhalten müssen. Mehr zu den Forderungen der DPtV könnt Ihr hier nachlesen.
  • Gebührenordnung für Psychotherapeut*innen (GOP) mit Dr. Anke Pielsticker (stellv. Bundesvorsitzende) und Dr. Paul Kaiser: Die GOP ist die Gebührenordnung für Psychotherapeut*innen und regelt die Abrechnung psychotherapeutischer Leistungen für Privatpatient*innen. Dabei orientiert sie sich an der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Für einen Überblick darüber, was die GOP genau ist, welche Änderungen seit Juli 2024 gelten und Antworten auf typische Fragen, lohnt sich ein Blick auf die Themenseite der DPtV. Dort findet Ihr unter anderem FAQs, Servicematerialien und einen Podcast.
  • Ergebnisse der DPtV-Angestelltenumfrage mit Elisabeth Dallüge (kooptiertes Mitglied im Bundesvorstand) und Oliver Arnold: Elisabeth Dallüge beschrieb, dass viele angestellte Psychotherapeut*innen trotz hoher Verantwortung unter hoher Belastung, unklaren Rollen und unzureichender Vergütung leiden. Daraus leiten sich unter anderem die zentralen Forderungen nach klarer Rollendefinition, angemessener tariflicher Eingruppierung und stärkerer gewerkschaftlicher Organisation ab. Die vollständigen Ergebnisse der DPtV-Angestelltenumfrage findet Ihr hier.

Nach einer kurzen Pause ging es in drei thematische Workshops für Studierende/PtW, PiA und Jungapprobierte:

  • Studierende/PtW: „Neue Approbation – Was geht?“ mit Barbara Lubisch (stellv. Bundesvorsitzende), Elina Kisselenko und Renée Chiara Matthes (JPt-Sprecher*innen-Team): In diesem Workshop ging es um die Möglichkeiten und Grenzen der neuen Approbation, welche zur Ausübung von Heilkunde berechtigt. Warum braucht es eine Weiterbildung? Wo können Psychotherapeut*innen ohne Fachweiterbildung arbeiten? Im Anschluss hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen und offene Punkte zu diskutieren.
  • PiA: „DPtV-PiA-Klage und Implikationen zur 1.000-Euro-Regelung und Wochenarbeitszeit“ mit Dr. Paul Kaiser und Adrian Biedermann (Psychotherapeut und ehem. Kläger): Die Klage von Adrian Biedermann führte, mit Unterstützung der DPtV, dazu, dass eine Tätigkeit in Vollzeitform bereits bei einer Wochenarbeitszeit von 26–27 Stunden als Vollzeit gilt und damit der Anspruch auf die Mindestvergütung von 1.000 Euro pro Monat besteht. Im Workshop berichtete Biedermann von seinen Erfahrungen, anschließend gab es einen lebhaften Austausch zwischen den teilnehmenden PiA. Mehr zur PiA-Klage könnt Ihr hier nachlesen.
  • Jungapprobierte: „Forderungen aus der Angestelltenumfrage heraus“ mit Elisabeth Dallüge, Alexandra Günther und Franziska Schwarz (JPt-Sprecher*innen-Team): Im Workshop gab es einen ersten Sneak-Peak in die zum Zeitpunkt der JPt-VV noch unveröffentlichten Ergebnisse der bundesweiten DPtV-Angestelltenumfrage. Anschließend wurde sich über die Ergebnisse und darüber ausgetauscht, welche Themen die Teilnehmenden in ihrem Arbeitsalltag besonders wahrnehmen und was sie sich für konkrete Veränderungen wünschen.

Zum Abschluss wurden die Erfahrungen aus den Workshops im Plenum geteilt, gefolgt von einem gemeinsamen Feedback und den Schlussworten von Gebhard Hentschel und Dr. Christina Jochim.

Die Vollversammlung bot erneut eine lebendige Plattform für Austausch, Vernetzung und Engagement rund um die Themen, die Junge Psychotherapeut*innen bewegen. Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten und Teilnehmenden für ihre Beiträge und das große Interesse!

Hier kommt Ihr zu den Folien der Vorträge/Workshops.

Hinweis: Die in diesem Bericht genannten Funktionen entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt der JPt-VV am 25.10.2025. Inzwischen wurde der Bundesvorstand der DPtV neu gewählt: https://www.dptv.de/aktuelles/meldung/dr-christina-jochim-und-dr-enno-maass-bundesvorsitzende-der-dptv/