Studium

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Altes Psychologie-Studium

Studierende, die vor dem 1. September 2020 mit einem Studium begonnen haben, was nach dem alten Psychotherapeutengesetz zur psychotherapeutischen Ausbildung berechtigte (Psychologie, Sozialpädagogik, Pädagogik), können noch bis Ende 2032 die Ausbildung zum/r Psychologischen Psychotherapeut*in oder zum/r Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*in absolvieren. Im Härtefall (zum Beispiel Familiengründung oder Krankheit) kann die Übergangsfrist auf Antrag bis 2035 verlängert werden. Zu bedenken gilt, dass Studium und Psychotherapieausbildung zügig absolviert werden sollten. Es zeichnet sich bereits ab, dass einige Ausbildungsinstitute die Psychotherapieausbildung nach dem alten System nicht mehr bis 2032/2035 anbieten werden.

Übergangsregelungen für Psychologie-Studierende – vom alten zum neuen Weg

Das neue Reformgesetz gibt den Universitäten die Möglichkeit, Übergangsregelungen zwischen altem und neuem Studium anzubieten. Davon können Studierende der Psychologie profitieren. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch nicht absehen, wie viele und welche Unis Nachqualifizierungskurse nach dem Bachelor anbieten werden. Auch ist nicht klar, inwieweit ein Wechsel vom alten Psychologie-Bachelor auf den neuen Psychotherapie-Master zwischen verschiedenen Unis realisierbar sein wird, gegebenenfalls ist ein Umstieg nur innerhalb einer Uni möglich. Wir empfehlen, sich direkt bei den Universitäten danach zu erkundigen.

Neues Psychotherapie-Studium

Zukünftig ist der erste Schritt das Studium eines polyvalenten Bachelors Psychologie, der an die neue Approbationsordnung angepasst wurde und somit später zur Approbationsprüfung berechtigt. Dem Bachelor folgt der Master Klinische Psychologie und Psychotherapie mit abschließender Approbationsprüfung. Die neue Berufsbezeichnung lautet dann Psychotherapeut*in.

Um in vollem Umfang (mit Kassensitz) psychotherapeutisch tätig sein zu können, müssen Sie als Assistenzpsychotherapeut*in, wie bei anderen akademischen Heilberufen auch, eine Weiterbildung absolvieren. In der Weiterbildung spezialisieren Sie sich entweder für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen, Erwachsenen oder auf Neuropsychologische Psychotherapie und auf mindestens ein Psychotherapieverfahren, also Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Analytische Psychotherapie oder Systemische Therapie. Anschließend heißen Sie zum Beispiel „Fachpsychotherapeut*in für Kinder und Jugendliche (Verhaltenstherapie)“. Erst dieser Abschluss ist vergleichbar mit dem der heutigen KJP beziehungsweise PP.

Studium im Ausland

Für Studierende, die nach dem in Krafttreten der Reform am 1. September 2020 ein Psychologie-Studium im Ausland begonnen haben, gilt ebenfalls der neue Berufsweg gemäß Reformgesetz. Wer später die Weiterbildung zum/r Fachpsychotherapeut*in beginnen möchte, benötigt die Approbation auf Grundlage der hiesigen Approbationsordnung. Das bedeutet, dass ein Wechsel von einem Bachelor im Ausland in den neuen Master Klinische Psychologie und Psychotherapie, theoretisch zwar weiter möglich ist, allerdings wesentlich schwieriger als bisher. Ob ein Wechsel überhaupt möglich ist und welche Nachqualifizierungen ggfs. notwendig sind, hängt wahrscheinlich auch davon ab, inwieweit der ausländische Studiengang den Anforderungen der neuen Approbationsordnung entspricht. Die berufsrechtliche Anerkennung, der im Ausland erbrachten Leistungen, erfolgt in der Regel durch die Landesprüfungsämter bzw. Approbationsbehörden. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar, inwieweit in Zukunft vereinfachte Regelungen für ganze Studiengänge entwickelt oder Einzelanträge geprüft werden.

Psychologie-Fachschaften-Konferenz

Die Psychologie-Fachschaften-Konferenz (PsyFaKo) ist eine Tagung aller bundesweiten Psychologie-Fachschaften, die an ihrer jeweiligen Universität die Interessen der dortigen Psycholoige-Studierenden vertreten und dies bei der PsyFaKo auf Bundesebene tun. Die PsyFaKo trifft sich jedes Semester für ein Wochenende und wird jedes Mal von einer anderen Fachschaft ausgerichtet.